Ein geeistes Gurkensüppchen à la Schuhbeck mit Garnelen, Wasabi, frischem Dill und Minze
Juni 2026, Hitzewelle in den sozialen Medien: Es gibt tatsächlich Leute, die in großen Kühlschränken Siesta machen, andere, die ihr Wohnzimmer mit Teichfolie abdichten und mit Wasser volllaufen lassen oder solche, die sich tropfnasse Klamotten anziehen und dann stundenlang vor riesigen Ventilatoren sitzen: Hitze treibt Menschen manchmal zum Äußersten. Auch die ansonsten eher ausgeglichene Frau Knauber.
Als ich kürzlich bei 39,6 Grad auf die Veranda trat, bemerkte ich sofort, dass etwas anders war. Entlang des Rosenbeets waren, aufgespannt und an Stöcken fixiert, all unsere Regenschirme in ihren unterschiedlichen Größen, Farben und Mustern aufgereiht und warfen in der brutalen Mittagssonne einen sehr breiten Schatten. Der Anblick verwirrte mich. Es sah erst einmal aus wie eine Installation von Christo, mitten in unserem Garten. Ich starrte die Regenschirme an. Ich dachte nach. Ich verstand. Frau Knauber hatte hier einiges aufgeboten, um ihre frisch gesetzten Pflänzchen vor der brüllenden Hitze zu retten.
Angesichts des skurrilen Bildes, das der gut beschirmte Garten bot, entschied ich, dass Frau Knauber und ich dringend eine Abkühlung brauchten. Zum Abendessen gab es dann ein geeistes Gurken-Wasabi-Süppchen mit frischem Dill, Minze und gedämpften Garnelen. Und das ging so:
Für 2 Personen
- 2 eiskalte Salatgurken, geschält, entkernt und gewürfelt
- 150 ml Gemüsefond
- 200 ml Gemüsefond, in Eiswürfelform gefroren
- 70 ml Sahne
- 70 g Sahnejoghurt
- 1 TL Wasabipaste
- 1 Zehe Knoblauch, fein gewürfelt
- 200 g Garnelen (ohne Panzer, roh oder vorgegart)
- 2 Zweige frischer Dill, gehackt
- 2 Zweige frische Minze, gehackt
- ½ Bund glatte Petersilie
- Weißer Pfeffer
- Fleur de Sel
- Piment d’Espelette
Zuerst die Petersilienblätter abzupfen, drei Minuten in Salzwasser blanchieren, abschrecken, das Wasser gut aus den Blättchen ausdrücken und diese dann grob hacken. Die Gurkenwürfel zusammen mit der gehackten Petersilie, dem Gemüsefond und den gefrorenen Gemüsefond-Eiswürfeln im Mixer fein zerkleinern.
Nun Joghurt und Sahne mit einem Schneebesen unterrühren, die gehackten Kräuter hinzugeben und mit Salz, Pfeffer und Piment d’Espelette abschmecken. Zum Schluss die Wasabipaste einrühren und die Suppe im Kühlschrank gut durchkühlen lassen.
Die Garnelen in einem Sieb über kochendem Wasser 5 Minuten dämpfen und dann in das eiskalte Süppchen gleiten lassen. Die sämige Suppe kühlt richtig runter, die Kräuter bringen Frische, der Wasabi einen Tick Schärfe. Ein wirklich cooler Teller für extrem heiße Tage!
„Was“, fragte ich Frau Knauber nach dem Essen, „muss ich eigentlich machen, wenn es regnet? In den Garten laufen, durch den Teich schwimmen, über den Lavendel klettern und mir dort einen Schirm losbinden?“ Als Antwort bekam ich nur einen sehr langen, sehr strafenden Blick, bevor Frau Knauber wortlos aufstand und in der milden Abendsonne ihr Beet inspizierte. À bientôt!
p.s.: Das Rezept geht (bis auf den Wasabi und den Gemüsefond) weitgehend auf Alfons Schuhbeck zurück, der mit seinen markanten Gewürzen und den zugehörigen Kochbüchern der Küche in Deutschland starke, neue Akzente hinzugefügt hat.

Nicht von Christo, sondern von Frau Knauber!