„Immer Fleisch bei Rainer!“ – oder doch nicht?
Sommerliches Grillgemüse mit herzhafter Räuchernote
Beim Einkaufen bin ich an den grünen, glänzenden Babyzucchini hängen geblieben. Sie lagen so frisch und zart da, dass ich sofort an unsere (meistens) vegetarisch lebende Freundin Jenny denken musste. Sie sagt ja manchmal mit diesem leisen, nachsichtigen Lächeln: „Beim Rainer gibt’s immer Fleisch.“ Stimmt ja so nicht. Trotzdem wurde mir in genau diesem Moment klar, dass heute etwas anderes auf den Grill kommen sollte – etwas, das ganz ohne Fleisch auskommt und trotzdem richtig gut schmeckt, also nicht schon wieder Halloumi, sondern: Gemüse!
(Für 2 Personen)
3 Paprika, rot und gelb gemischt
20 Babyzucchini
20 gelbe und rote Cocktailtomaten
1 mittelgroße weiße Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
1 EL Ahornsirup
1 Prise Fleur de sel
1 gestrichener TL Piment d’Espelette
1 TL Harissa
Zuhause habe ich das Gemüse gewaschen und dann die Zucchini halbiert, sowie in Streifen geschnittene rote Paprika, halbierte Kirschtomaten und weiße Zwiebeln in Ringen vorbereitet. Noch zwei Zehen Knoblauch in dünnen Scheiben hobeln. Das ganze Gemüse mit einem EL Ahornsirup, Fleur de sel, Piment d’Espelette, einem EL fein gehackter Petersilie und 3 EL Pflanzenöl in einer Schüssel mischen. Jetzt alles in den Korb und ab auf die Terrasse.
Damit es auch auf dem Gasgrill ein bisschen Räucherduft gibt, kommt eine kleine Räucherbox mit gewässerten Hickory-Spänen zum Einsatz. Wenn der erste Rauch aufsteigt, geht’s los: Paprika und Zucchini auf den gut vorgeheizten Grill legen. Bei geschlossenem Deckel 2-3 Minuten Farbe nehmen lassen und wenden. Daneben in einer Aluform bei indirekter Hitze in etwas Pflanzenöl die Zwiebelringe und den Knoblauch andünsten. Die Tomaten und das gegrillte Gemüse dazu geben und bei direkter Hitze und geschlossenem Deckel noch etwas braten lassen, so nimmt das Essen das Raucharoma besser an. Der Ahornsirup, der beim Rösten für schöne Karamellnoten sorgt und die Süße der Paprika hervorhebt, das Piment d’Espelette für die feine, fruchtige Schärfe, der würzige Knoblauch und die Harissa für das gewisse marokkanische Etwas entfalten sich jetzt und um den Grill herum duftet es himmlisch und rauchig wie die Hölle zugleich.
Das Ergebnis ist ein buntes, knackiges und aromatisch starkes Gemüsegericht mit feiner Räuchernote, das wirklich für sich alleine stehen kann. Vielleicht widme ich Jenny genau dieses Tellerchen. Es ist so vielfältig und geschmackvoll, dass man das Fleisch praktisch gar nicht vermisst – nur ein bisschen vielleicht. Dass ich uns dazu kleine Lammkoteletts (ganz, ganz kleine und nur ein paar!) gebraten habe, brauche ich ihr ja nicht zu verraten. À bientôt!

